Erkrankungen im höheren Lebensalter

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird Berechnungen zufolge im Jahr 2050 ein Drittel der deutschen Bevölkerung 65 Jahre und älter sein. Demnach ist auch mit einem starken Anstieg der Alterserkrankungen Diabetes mellitus und Arthrose zu rechnen.

Diabetes mellitus, im Volksmund als Zuckerkrankheit bekannt, ist eine chronische Erkrankung des Stoffwechsels, die sich im höheren Lebensalter in der Regel als Diabetes vom Typ 2 manifestiert. Das maßgebliche Symptom stellt ein erhöhter Blutzuckerspiegel dar. Das von der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon Insulin sorgt im Stoffwechsel dafür, dass der mit der Nahrung aufgenommene Zucker in die Zellen transportiert und verarbeitet werden kann. Im Gegensatz zum Typ 1 Diabetes wird beim Typ 2 Diabetes zwar in ausreichender Menge Insulin produziert, aber die Zellen reagieren weniger empfindlich auf das Insulin und der Zucker verbleibt im Blut. Der erhöhte Blutzuckerspiegel sendet wiederum ein Signal zur Bauchspeicheldrüse, die mit einer erhöhten Insulinproduktion reagiert. Auf diese Weise entsteht ein Circulus vitiosus, ein Teufelskreis, da ein gesteigerter Insulinspiegel wiederum eine reduzierte Empfindlichkeit der Zielzellen verursacht. Auf Dauer tritt eine Überlastung der Bauchspeicheldrüse mit verminderter oder vollständig versiegter Insulinproduktion ein. In diesem Stadium ist der Erkrankte dann insulinpflichtig, d.h. es muss von außen Insulin zugeführt werden. Allerdings ist es möglich den Zeitraum bis zum Eintreten der Insulinpflicht durch geeignete Maßnahmen in den Bereichen Ernährung und medikamentöser Behandlung deutlich zu verlängern. Dadurch kann auch das Risiko von Folgeschäden verringert werden. Pflegeheime dokumentieren die Gabe von Insulin beispielsweise, so dass auch vergessliche Patienten die Sicherheit haben, ausreichend medikamentiert zu werden.

Eine weitere Erkrankung des höheren Lebensalters stellt die Abnutzung der Gelenke, die sogenannte Arthrose dar. Arthrose ist eine degenerative rheumatische Erkrankung. Besonders betroffen sind meist die Gelenke, die im Alltag am häufigsten belastet werden. Dazu gehören die Gelenke von Händen und Füßen, der Hüfte sowie der Wirbelsäule. Zu Beginn der Erkrankung setzt ein fortschreitender Abbau des Gelenkknorpels ein, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Umbau des Knochens im Gelenkbereich mit anschließender Verformung des betroffenen Gelenks. Typische Symptome einer Arthrose sind ausgeprägte Schmerzen, Muskelverspannungen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind vielfältig. Neben einer erblichen Komponente können auch Faktoren wie Fehlbelastungen, Stoffwechselstörungen, Übergewicht oder Bewegungsmangel eine Rolle spielen. Arthrose gehört zu den unheilbaren Erkrankungen bei denen nur das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt und die auftretenden Symptome gemindert werden können. Ist die Arthrose sehr weit fortgeschritten ist es möglich, durch operatives Einsetzen eines künstlichen Gelenks Linderung zu verschaffen. Dies wird vor allem im Bereich des Knie- und Hüftgelenks durchgeführt.